Christiaan Barnard
(Quelle: Wikipedia)

Christiaan Neethling Barnard (* 8. November 1922 in Beaufort West, Südafrika; † 2. September 2001 in Paphos, Zypern) war ein südafrikanischer Herzchirurg und Pionier auf dem Gebiet der Herztransplantationen.
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Christiaan Barnard
Am 3. Dezember 1967 führte ein südafrikanisches Transplantationsteam unter der Leitung von Christiaan Barnard die weltweit erste Herztransplantation am Groote Schuur Hospital zu Kapstadt durch. Der Patient Louis Washkansky überlebte die Operation 18 Tage.
2004 wurde Barnard hinter Nelson Mandela auf Platz 2 der Liste der 100 größten Südafrikaner aller Zeiten gewählt („100 Greatest South Africans of all time“). Nicht nur in Südafrika gilt er seit den 1960er Jahren als Legende.

Ausbildung und Beruf
Wie sein Bruder Marius, der später in seinem Transplantationsteam arbeitete, besuchte Barnard die Highschool des Heimatorts und studierte an der Universität Kapstadt und der Universität von Minnesota Medizin. Er erhielt in den USA seine chirurgische Fachausbildung, operierte bei dem Herzchirurgen Clarence Walton Lillehei in Minneapolis am offenen Herzen und machte sich mit den neuesten Techniken der noch experimentellen Herztransplantation vertraut. Als Geschenk der amerikanischen Kollegen brachte er 1958 eine Herz-Lungen-Maschine nach Südafrika mit. Dort arbeitete er als praktischer Arzt in Kapstadt und am Groote Schuur Hospital. Er wurde rasch chirurgischer Assistenzarzt, darauf Direktor der „Medical School“ der Universität Kapstadt und im Alter von erst 40 Jahren zum Professor für Thoraxchirurgie berufen. Er führte rund eintausend Herzoperationen mit verschiedenen Techniken durch.
Mit einer modifizierten Methode der amerikanischen Kollegen führte der bis dahin kaum beachtete Barnard am 3. Dezember 1967 die weltweit erste erfolgreiche Herztransplantation durch.
1983 musste er das Operieren aufgeben, weil er an Arthritis erkrankte und insbesondere seine Hände betroffen waren. 1985 übernahm er eine wissenschaftliche Stellung am Herzzentrum in Oklahoma, USA.

Leistung
Am 3. Dezember 1967 leitete Christiaan Barnard das 31-köpfige Transplantationsteam, dem erstmals eine Herztransplantation am Menschen gelang. Dem Patienten, Louis Washkansky, wurde in einer fünfstündigen Operation im Groote-Schuur-Krankenhaus in Kapstadt das Herz der im Alter von 25 Jahren bei einem Autounfall tödlich verunglückten Denise Darvall verpflanzt. Die Operation war insofern erfolgreich, als Washkansky sie überlebte. Zur Verhinderung einer Abstoßungsreaktion seines Körpers auf das fremde Organ, wurden Washkanskys Immunkräfte weitestgehend außer Kraft gesetzt. So starb er nach 18 Tagen infolge eines Infekts an einer Lungenentzündung.
Der zweite Patient Philip Blaiberg wurde am 2. Januar 1968 operiert und lebte 19 Monate mit dem verpflanzten Herzen.
Ein wichtiges Mitglied von Barnards Team war auch der schwarze Südafrikaner Hamilton Naki, der erhebliche Beiträge zur Entwicklung der Operationstechnik leistete, welche jedoch aufgrund der Apartheid verschwiegen werden mussten.
1974 gelang Barnard der Nachweis, dass in der Brust des Menschen zwei Herzen schlagen können: Er führte die erste „Huckepack“-Herztransplantation (heterotope Transplantation) durch, eine sinnvolle Maßnahme um die Arbeit des neuen Herzens mit der Arbeit des alten Herzens zu unterstützen.